(Am 13. Juni 1912 hat Papst Pius X. allen jenen einen vollkommenen Ablaß bewilligt, die am ersten Samstag des Monats nach Erfüllung der üblichen Vorschriften - Beichte, Kommunion und Gebet nach der Meinung des Hl. Vaters - irgend eine fromme Andachtsübung vornehmen zur Sühne für die abscheulichen Lästerungen, mit denen gottlose Menschen den heiligen Namen und die Gnadenvorzüge der allerseligsten Jungfrau Maria überhäufen.)
Unbefleckte Herrin, immerwährende und ewig gebenedeite Jungfrau und Gottesmutter Maria, wir, deine Kinder, erscheinen vor dir, um dich zu loben, zu preisen und Genugtuung zu leisten für die Schmähungen und Lästerungen, welche die Gottlosen gegen deinen heiligsten Namen und gegen deine erhabenen Gnadenvorzüge ausstoßen und verbreiten.
Darum beteuern und versprechen wir dir:
Je mehr die Gottlosen sich anstrengen, den schönsten Edelstein aus deiner Krone zu brechen und deine Unbefleckte Empfängnis zu leugnen;
um so fester glauben wir, und um so lauter und feierlicher bekennen wir, daß du, o allerseligste Jungfrau, vom ersten Augenblick deiner Empfängnis an durch eine ganz besondere Gnade und Bevorzugung des Allmächtigen von jeder Erbsünde frei geblieben und eben dadurch die starke Kämpferin, die unüberwindliche Siegerin und das Weib geworden bist, das der höllischen Schlange den Kopf zertreten hat.
Je mehr deine Feinde dich den gebrechlichen und sündhaften Menschen gleichstellen;
um so freudiger begrüßen wir dich als die Gnadenvolle und die Gebenedeite unter den Frauen und glauben, daß du dein ganzes Leben lang auch nicht die geringste Sünde begangen hast und darum das vollkommenste Vorbild des christlichen Lebens bist.
Je mehr die Ungläubigen sich erfrechen, deine ewige Jungfräulichkeit anzutasten;
um so mehr preisen wir dich mit dem heiligen Gregor als die ganz makellose Jungfrau und bekennen mit der heiligen katholischen Kirche: Du bist vor, in und nach der Geburt deines göttlichen Sohnes Jungfrau geblieben, Jungfrau dem Leibe nach, Jungfrau der Seele nach, Jungfrau an Leib und Seele heilig.
Je mehr eine falsche Wissenschaft dich unter die gewöhnlichen Frauen rechnet und deine wunderbare Fruchtbarkeit leugnet;
um so rückhaltloser glauben und bekennen wir, daß du, o seligste, allzeit reine Jungfrau Maria, durch Überschattung des Heiligen Geistes den eingeborenen Sohn Gottes empfangen und ohne den Glanz deiner Jungfräulichkeit zu verlieren, Jesus Christus, unsern Herrn, der Welt geboren hast und darum in aller Wahrheit Mutter Gottes und Gottesgebärerin bist und genannt wirst.
Je mehr die Sünder deinen Ruhm schmälern und deiner Herrschaft sich entziehen wollen;
um so begeisterter stimmen wir ein in die Seligpreisung, welche dir dargebracht wird von Geschlecht zu Geschlecht, und um so bereitwilliger wollen wir dir dienen, mildeste Herrin, überzeugt von der untrüglichen Wahrheit, daß du mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen und als Königin über alle Engel und Menschen gesetzt und gekrönt worden bist.
Je mehr die höllische Schlange dir und deinen Verehrern nachstellt;
um so siegbewußter stellen wir uns unter deine Fahne, um so mutiger kämpfen wir für deine Ehrenvorzüge, und um so treuer halten wir zu dir, du mächtige und starke Überwinderin aller teuflischen Bosheit und Verkehrtheit.
Je mehr Un- und Irrgläubige das Vertrauen, die Liebe und die Verehrung deiner Kinder verspotten und verlachen;
um so vertrauensvoller wenden wir uns an dich in all unseren Nöten und Anliegen; bist doch du unsere beste Mutter, unsere allzeit bereite Helferin, unsere sicherste Zuflucht im Leben und im Sterben.
Lasset uns beten:
Unbefleckt empfangene Jungfrau, heiligste Gottesgebärerin, Königin des Himmels und der Erde, wende deine barmherzigen Augen uns zu und steh uns bei im Kampfe mit den Mächten der Finsternis, damit wir als deine Kinder die Sünde stets meiden, deine Tugenden nachahmen und zu dir gelangen in dein himmlisches Reich.
Amen.
Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus: Gnaden - Novene zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis mit Gebetsanhang. Druck und Verlag A. Ruhland, D-84503 Altötting. www.druckerei-ruhland.de
NIHIL OBSTAT: JUL. DESFOSSEZ, LIBR. CENSOR
IMPRIMATUR: FRIBURGI HELV. 6. JUNI 1944
LUDOVICUS WAEBER, VICARIUS GENERALIS






